Gemellaggio Celenza con Magstadt

Partnerschaft
Celenza - Magstadt

 Bürgerschaftsreise nach Celenza

Bericht im Magstadter Mitteilungsblatt KW 29 - Titelseite und folgende

Fotos

Im folgenden der Reisebericht, verfaßt vom ältesten Reiseteilnehmer, Herrn Dieter Lueg.

Die Leser werden feststellen, dass sich ein Besuch in Celenza lohnt:

35 Magstadter besuchten unsere Partnerstadt Celenza in den Abruzzen/Italien (02.06. bis 12.06.2000)

- Am Freitag, 2.6.00, 20.00 Uhr, verließ der klimatisierte Reisebus der Fa. Stäbler Magstadt, um ohne besondere Zwischenfälle die 35 Reiseteilnehmer im Alter von 34 bis 76 Jahren nach Vasto Marina an der Adriaküste zu bringen.

- Wir erreichten unser direkt am Meer gelegenes Hotel "Acquario" gegen 12.00 Uhr am Samstag. Manche holten den während der Nachtfahrt versäumten Schlaf nach oder konnten es nicht lassen, bei dem heißen Sommerwetter, das uns die ganze Woche begleitete, den Hotelbadestrand aufzusuchen, um ein erfrischendes Bad im sauberen und bereits 25° warmen Adriawasser zu nehmen. Das Baden an den Vormittagen war besonders erholsam; denn viele interessante Besichtigungen, kulinarisches Essen und gesellschaftliche Festlichkeiten füllten die Tage ab Mittag bis Mitternacht aus.

- Immer stand uns der Bus zur Verfügung. So fuhren wir am Ankunftstag - etwas ausgeruht - gegen 18.00 Uhr in die ca. 25 km im Landesinnern gelegene Partnerstadt Celenza. Für die noch nicht dort Gewesenen war es eine Überraschung, dass sich der Bus über eine kehrenreiche Straße zu dem knapp 700 m hoch gelegenen Celenza mit ca. 1300 Einwohnern heraufarbeitete. Was würde uns dort erwarten? Würden wir mit Pauken und Trompeten empfangen? Aber es blieb zunächst sehr ruhig. Hatten uns die Celenzani vergessen? Nach und nach sprach sich unser Eintreffen herum.

- Augusto, der uns zukünftig immer begleitete und unermüdlich übersetzte, alarmierte die Gemeinderäte, so dass wir nach kurzem Abstecher in die Dorf-Bar im Rathaussaal offiziell und mit herzlichen Freundschaftsbekundungen vom Vizebürgermeister begrüßt wurden.

- Augusto, unser Helfer, gehört zu den Celenzani, die in den 60iger und 70iger Jahren als Gastarbeiter nach Magstadt kamen und für einige Jahre hier Wurzeln schlugen und Freunde und Verwandte nachzogen. So entstand hier eine Insel der Celenzani. Von ihnen ging auch die Idee einer Partnerschaft aus.

- Das in der Abendsonne weiß leuchtende Bergdorf weckte den Wunsch, mit Rucksack von einem zum anderen sauberen Abruzzen-Bergdorf zu wandern.

- Die Gastfreundschaft unserer Celenzani nahm von Stunde zu Stunde zu. Mit Stolz und Freude trugen viele die von uns geschenkte Anstecknadel mit der deutschen und italienischen Fahne. Wir Magstadter verschenkten im Laufe der Woche unsere letzte eigene Nadel als Symbol der Freundschaft. Sie war ein sehr begehrtes Objekt.

- Ein Abendessen in San Salvo zusammen mit unseren italienischen Freunden, die uns bei allen Veranstaltungen begleiteten und im Bus Platz fanden, beschloß diesen ersten Tag.

- Der Sonntag war dem Besuch des im 2. Weltkrieg zerstörten und wieder aufgebauten Klosters Monte Cassino gewidmet. Ein Abstecher zum schön gelegenen und sehr gepflegten, deutschen Soldatenfriedhof in Cassino ermöglichte einer Magstadterin zum ersten Mal in ihrem Leben vor dem Grab ihres Vaters zu stehen. Ein anderer Magstadter fand das Grab seines Onkels auf Grund der vorbildlich geführten Gräberlisten, obwohl er nur wußte, dass ein Onkel in Italien gefallen war. Bei aller Freude ernste Hinweise darauf, den Frieden zu erhalten und durch Freundschaftsbindungen von Ort zu Ort weiter für ihn zu arbeiten.

- Auf der Rückfahrt wurde die u.a. für den Vatikan arbeitende Glockengießerei einschließlich Glockenmuseum in Agnone besichtigt.

- Am Montag fuhren wir mit dem Schiff von Termoli zu den ca. 50 km entfernt liegenden Tremiti-Inseln in der Adria. Wenig Wind, glatte See, viel Humor an Bord, Inselrundfahrt, Baden im glasklaren Wasser und Mittagessen unter schattigen Bäumen hoch über dem Meer.

- Wie immer haben uns auch hier unsere italienischen Freunde Gaststätten und Türen geöffnet, die einem normalen Touristen verschlossen bleiben. So wird sich jeder Teilnehmer an die wahrscheinlich beste Pizza seines Lebens in Torrebruna, einem noch höher gelegenen Nachbarort von Celenza, erinnern. Dazu gehört auch das Fischessen (auf Wunsch gab es auch Fleisch) in einer versteckt gelegenen Gaststätte direkt am Meer in Marina di S. Vito. Ins Meer hinaus ragten die hölzernen denkmalgeschützten Fischfallen - Traboccos. Der Höhepunkt war jedoch das Ristorante "La Pergola" in Vasto. Geheimtipp für Fisch, Muscheln, Hummer und andere Meeresfrüchte, aber auch für Parmaschinken, Fleisch und reichlich Trüffelsauce. Die Trüffel stammten von Enzo, der mit seinen drei darauf abgerichteten Hunden als Hobby auf Trüffelsuche geht. Im "La Pergola" tafelten wir am letzten Tag. Der Schreiber dieser Zeilen nahm in der Italienwoche 2,5 kg zu, hat aber inzwischen sein Normalgewicht wieder erreicht.

- Am Dienstag besuchten wir die Wallfahrtskirchen in Casalbordino, San Giovanni in Venere bei Fossacesia und die Wallfahrtskirche in Lanciano. Unterbrochen wurden die Besichtigungen durch eine Weinprobe mit stärkenden Köstlichkeiten des Landes. Wir haben uns dort mit Abruzzenwein eingedeckt, der auch hier im Schwabenland gut schmeckt.

- Am Mittwoch bekommt die Gruppe Verstärkung durch Bürgermeister Benzinger, der uns für zwei Tage begleitet. Es steigt das große Bürgermeisterfest im Gemeindesaal von Celenza. Eine Trachtengruppe aus Agnone führt Volkstänze auf und läßt Glocken aus der Glockengießerstadt melodisch erklingen. Die Stimmung steigt. Es werden Festreden gehalten und es wird gegessen, gesungen, gelacht und getanzt; denn der Bürgermeister von Celenza ist im Nebenberuf Tanzlehrer. Wer unseren Schultes einmal besonders heiter, froh, tanzend und Küßchen verteilend erleben will, muß nach Celenza fahren. Dieses Stimmungshoch setzte sich auch am vorletzten Abend (Freitag) beim Picknick auf dem im Tal liegenden Gemeindefestplatz fort. Auf der großen runden Tanzfläche brachten uns die Schulkinder einstudierte Tänze dar und zeigten, dass ihnen das Tanzen im Blute liegt. Die Celenzani versorgten uns mit Spanferkel, Spaghetti, Salaten, Kuchen, Wein und Bier.

- Am Tage vorher aber, am Donnerstag, waren die Celenzani unsere Gäste. Die von Magstadt mitgebrachten Maultaschen und Kartoffeln wurden in Gemeinschaftsarbeit zu einem echt schwäbischen Mahl zubereitet. Dieses Gastgeschenk mundete unseren Gastgebern vortrefflich.

- Am letzten Abend (Samstag) waren wir Gäste des Bürgermeisterehepaares von Celenza. Es wurde im Hof ihres Wohnhauses gegrillt und etwas früher als sonst, in Anbetracht der am Pfingstsonntag um 10.00 Uhr geplanten Rückfahrt, Abschied genommen.

- Es waren beglückende Tage der Freundschaft. Bereits bestehende Verbindungen wurden erneuert und neue geschlossen.

- Augusto ließ es sich nicht nehmen, uns auf der Rückfahrt auf der Autobahn mit seinem Auto ein Stück zu begleiten. Nach einer kurzen Pause bei Bologna zum Kauf von Parma-Schinken und Käse erreichten wir Magstadt am Pfingstmontag morgens gegen 3.00 Uhr.

- Wie können wir die erlebte Gastfreundschaft erwidern? Wir sollten unsere Celenzani bald einladen und ihnen in unseren Wohnungen und Häusern Quartier geben. Erstens haben wir kein Hotel am Meer anzubieten und zweitens hat ein Preisvergleich im Supermarkt von Vasto ergeben, dass dort das meiste etwas teurer ist als hier. Da die Verdienste in Italien wahrscheinlich geringer sind, sollte die Busfahrt der einzige Ausgabeposten für unsere Celenzani sein.

- Wir Magstadter sind uns vom jüngsten bis ältesten Teilnehmer alle näher gekommen und möchten dem stellvertretenden Bürgermeister, Herrn Franko, für die Begleitung und die organisatorische Durchführung der Reise danken. Er hat die Gruppe - kaum spürbar - mit behutsamer Hand an ganz lockerem Zügel geleitet.

- Die Reise fand inzwischen in Magstadt ihre Fortsetzung, indem sich die Teilnehmer fast vollständig zum Verzehr der von den Celenzani geschenkten Speisen und Getränke im "Alten Schulhaus" zusammenfanden. Unser Bürgermeister betätigte sich dabei als "Trüffelschaber".

- Der Bericht möge mit dem Motto schließen: "Jeder Magstadter einmal in Celenza!"

 

Einige Bilder:

Gruppenbild mit Stäbler-Bus (made bei Theo)

Einige der Teilnehmer

Freundschaftstorte!

Einige der Celenzani

Lieblingsbeschäftigung der Magstadter?


WO ist Celenza?

zurück zu Celenza.de

zurück zu SPD-Magstadt

zurück zu Rudis-Homepage